Geschichte
Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Rohr e.V.

Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Rohr am 25. Januar 1875 im Klassenzimmer der alten Schule in Rohr. Der Abschrift des Gründungsprotokolls ist zu entnehmen, dass die Gründung der Feuerwehr im Rahmen einer Versammlung von Gemeindemitgliedern beschlossen wurde. Die damalige Versammlung wurde durch den Kantor August Zeihs einberufen.
Als eine Art Satzung im heutigen Sinne wurden ein Statutenentwurf und eine Dienstvorschrift erstellt. Durch Handakklamation wurde ein Verwaltungsrat gewählt. Erster Vorsitzender in der Geschichte der neugegründeten Feuerwehr wurde der Zimmermann Matthias Hinterholzinger, als Kommandant wurde der Hauptmann und Kantor August Zeihs gewählt.
Die aktive Mitgliederzahl belief sich bei der Gründung auf 33 Kameraden, welche durch Unterschrift ihren Beitritt erklärten. Hinzu kamen noch zwei passive Mitglieder sowie zwei außerordentliche Mitglieder.
Als erstes Einsatzmittel wurde im Jahr 1888 eine Hydrophorpumpe angeschafft.
Am 22. Dezember 1895 wurde eine Versammlung einberufen, um einen Ortskassier für die Sterbekasse auf Bezirksebene zu wählen. Gewählt wurde der damalige Kommandant Johann Leibold. Protokolle über Versammlungen von 1875 bis 1883 liegen leider nicht mehr vor.
Gegen Unterschrift und Androhung einer Ordnungsstrafe von 20 Pfennig wurden sämtliche Mitglieder der Wehr zu einer Jahreshauptversammlung am 24. Oktober 1896 eingeladen. Es wurde bei dieser Versammlung beschlossen, neue Mützen anzuschaffen, welche von den Mitgliedern selbst zu bezahlen waren.
Am 27. Mai 1900 feierte die Feuerwehr Rohr ihr 25-jähriges Gründungsfest, bei dem einige der Gründungsmitglieder für 25jährige Dienstzeit durch den Bezirksvertreter Schneider geehrt wurden.

Zu diesem Fest durfte der damalige Vorsitzende Johann Breiter 67 Vereine mit rund 1120 Mitgliedern begrüßen. Namentlich erwähnt wurden die Wehren aus Neuendettelsau, Leerstetten, Deutenbach und Rittersbach, die bereits zum Mittagessen eintrafen und deren Pferde bei den Mitgliedern der Wehr und den Wirten untergebracht wurden.
Am Festplatz schenkten die drei Festwirte Rudelsberger, Bierlein und Breiter den Liter Bier für 25 Pfennige aus. Vom Verkaufspreis mussten 2 Pfennige an die Feuerwehr abgeführt werden.
Die Einnahmen betrugen beim 25-jährigen Jubiläum 355,36 Mark, die Ausgaben 388,82 Mark. Es verblieb also ein Minus von 33,46 Mark. Bei Anbruch der Dunkelheit fand ein Feuerwerk statt, danach gab es einen Festball im Gasthaus Rudelsberger.
Um 1900 war die Feuerwehr Rohr bei Bränden in Leuzdorf, Prünst und beim Brand der Brauerei Rudelsberger in Rohr im Einsatz.
1903 wurde ein Antrag zum Bau eines Spritzenhauses gestellt.
1907 wurde eine Saug- und Druckspritze angeschafft. Aufgrund dessen konnte die bislang vorhandene, kleine Spritze der Löschgruppe Weiler übergeben werden, die damals noch keine eigene besaß. Gleichzeitig erwarb man eine fahrbare Schubleiter für den Preis von 1.740 Mark.
Am 20.04.1908 erstellte man zum ersten Mal ein Vereinsbild mit den damals aktiven Feuerwehrkameraden.
Im Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 13.01.1912 ist zu lesen, dass Lose zum Bau eines Genesungs- und Invalidenheimes des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes gekauft werden sollen.
Im ersten Weltkrieg konnte der Übungsbetrieb nur notdürftig aufrechterhalten werden, da von 87 aktiven Mitgliedern zeitweise 45 zum Wehrdienst eingezogen wurden.
Für das Jahr 1924 ist dem Protokoll zu entnehmen, dass derjenige, der dreimal ohne Entschuldigung der Übung fernbleibt, aus der Mitgliederliste der Freiwilligen Feuerwehr gestrichen wird. Befreit vom Beitrag sind jene, die 40 Jahre aktives Mitglied waren.
Der Mitgliedsbeitrag wird ab 1. Januar 1925 auf 50 Pfennige pro Monat festgesetzt, um die Durchführung des 50-jährigen Jubiläums gewährleisten zu können. Die Feierlichkeiten fanden am Sonntag den 14. Juni 1925 statt.
Am 7. Februar 1926 wurde innerhalb der Feuerwehr, also auf Ortsebene, eine Sterbekasse eingeführt.
Die erste Motorspritze wurde im Jahre 1928 angeschafft. Diese wurde von der Firma Paul Ludwig in Bayreuth geliefert und wird heute noch zu Vorführungszwecken verwendet.
Der Zweite Weltkrieg riss große Lücken in die Reihen der Feuerwehr. Am 26.05.1946 wurde bei der ersten Jahresversammlung -seit Kriegsende- von 70 anwesenden Mitgliedern beschlossen, die Feuerwehr wieder auf Vereinsbasis aufzubauen. Während der Naziherrschaft durfte nämlich kein Vorstand für eine Feuerwehr fungieren.
Bei der durchgeführten Wahl erhielten Georg Dengler als Vorsitzender und Georg Sitzmann als 1. Kommandant die meisten Stimmen.
Im Juni 1950 wurde das 75-jährige Gründungsfest unserer Feuerwehr gefeiert. Leider existieren diesbezüglich so gut wie keine Aufzeichnungen mehr.
Am 13. Januar 1952 wurde ein zweites Vereinsbild enthüllt.
Neben August Zeihs hatten ab Vereinsgründung bis zum Jahre 1958 folgende Kameraden das Amt des 1. Kommandanten bei der Feuerwehr Rohr (in chronologischer Reihenfolge) inne: Friedrich Meyer, Johann Leibold, Johann Sitzmann und Georg Sitzmann.
Am 29.03.1958 wurde Fritz Dengler zum 1. Kommandanten der Feuerwehr Rohr gewählt. Als Vorsitzender erhielt Georg Wieser die meisten Stimmen der Versammlung.
1960 wurden die ersten beiden Löschgruppen mit dem Leistungsabzeichen in Bronze durch Kreisbrandinspektor Kimmelzwinger ausgezeichnet.
Am 4. November 1961 wurde der Feuerwehr Rohr eine neue TS 8/8 Motorspritze übergeben.
Höhepunkte des Vereinslebens brachten die Jahre 1963 und 1964. Mit Stolz und Freude konnten die Feuerwehrkameraden am 14. Juli 1963 in Weiler und am 1. November 1964 in Rohr ihre neuen Feuerwehr-gerätehäuser einweihen. Vor allem durch die vorbildliche Eigenleistung der Vereinsmitglieder konnten diese beiden Gerätehäuser erstellt werden.